Zweimal Danke an die 112



(17.08.2019) Der Ambulante Hospizdienst Wilhelmshaven-Friesland e. V. begleitet und betreut Patienten und Angehörige mit ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch fachkundige Ausbildung und praktische Erfahrungen für diesen Dienst qualifiziert sind. Den folgenden Text verfasste Ortrud Seyfarth, die sich dort seit vielen Jahren engagiert.

Zweimal Danke an die 112

Die Telefonnummer 112 gilt einheitlich für die gesamte Republik. Als Normalbürger sollte man allerdings wissen, dass man diese Nummer nicht missbrauchen darf, denn für allgemein-medizinische Notfälle gilt die Einheitsnummer der Krankenkassen 116 117. Auch mit dieser Nummer machten wir bereits gute Erfahrungen, als wir an einem Freitagnachmittag Hilfe benötigten: Innerhalb etwa einer Stunde kam ein Arzt, der ein wichtiges Medikament verordnete.
Ehe man die 112 wählt, überlegt man lieber mehrmals, ob es auch wirklich nötig ist. Manchmal gibt es nichts zu überlegen – so ist es uns zweimal passiert. Am ersten Sonntag im Oktober 2017 um 5 Uhr hörte ich meinen Mann vor Schmerzen wimmern. Er hatte schon vier Wochen lang mehrmals starke Schmerzen, zweimal war er in der Notaufnahme, wurde aber immer nach einigen Stunden wieder entlassen.
Jetzt wählte ich sofort die 112 und berichtete in Kurzfassung: Wer? Was? Wo? „Die Kollegen sind gleich bei Ihnen”, hieß es. Nach gut zehn Minuten waren sie da: Mit ihren schweren Rucksäcken stürmten sie die Treppe hoch, alarmierten sofort den Notarzt, nahmen Rücksprache, was sie als Erstes gegen die Schmerzen spritzen sollten … EKG-Monitor, Infusionsvorbereitung, Fragen stellen … und das alles kurz vor Ende ihrer Schicht. Mit Eintreffen des Notarztes ging es in den Rettungswagen und ab nach Sanderbusch. Ja, es war wirklich sehr, sehr dringend. Ein inneres Organ war hoch entzündet. 14 Tage Krankenhausaufenthalt folgten. Gerade noch mal gutgegangen. Wir waren erleichtert und dankbar.
Die Rettungssanitäter waren beeindruckend routiniert: Sie liefern die Patienten ab, regeln die Formalitäten – und schon sind sie auf dem Weg zum nächsten Einsatz.
Anfang November letzten Jahres: Die „Herzwoche“, die jährlich von der Deutschen Herzstiftung initiiert wird, stand kurz bevor. Thema in diesem Jahr „Vorhofflimmern“. Die Wilhelmshavener Zeitung berichtete über die Elektrophysiologische Abteilung im Klinikum Wilhelmshaven, mehrere Ärzte standen an einem Tisch, an dem unglaubliche Katheter-Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Herr Schaps (Beirat unseres Ambulanten Hospizdienstes) war auch dabei.
Am Montag zu Beginn der Herzwoche, etwa gegen 23 Uhr, rastete mein Herz plötzlich aus. Es war, als wäre ein Schalter umgelegt worden. Das Herz schlug wie ein Maschinengewehr. Mein Mann und ich entschieden uns, dass ich mich ruhig verhalte und zunächst noch abwarte, aber dann zog ein Brustschmerz zum Hals hinauf, und ich bat meine Mann, die 112 anzurufen. Das gleiche Procedere, wie wir es ja nun schon kannten. Die Dame am anderen Ende wollte mich noch sprechen und gab mir einige wichtige Anweisungen. Ich bedankte mich.
Einige Minuten später waren die Rettungssanitäter da, EKG, Monitor etc.: „Uijuijui … das geht aber viel zu schnell, wir müssen den Notarzt dazu holen.“ Ich wurde gleich in den Rettungswagen gebracht, um mich dort bereits für die Notaufnahme vorzubereiten; dafür ist der Rettungswagen ausgestattet. Der Notarzt von Sanderbusch kam dazu: Ein Herzinfarkt sei es wahrscheinlich nicht, aber er könne es auch nicht gänzlich ausschließen.
Mein Herz schlug circa 240-mal pro Minute – normal sind circa 100 Schläge. Mit dem vom Notarzt verordneten Zusatz zur Infusion beruhigte mein Herz sich spürbar. Von der Zentrale kam die Weisung, ins Klinikum nach Wilhelmshaven zu fahren. Der Notarzt machte seinen Bericht, und mein Zustand hatte sich soweit stabilisiert, dass er den Transport nicht begleiten musste. Dennoch wollte die Fahrt zum Krankenhaus aus meiner Sicht kein Ende nehmen – gemütlich ist der Transport im Rettungswagen wirklich nicht. Ich würde in der Klinik eingeliefert, und das Rettungsteam verabschiedete sich mit guten Wünschen – ich bedankte mich herzlich bei.
Im Klinikum wurden die Blutproben im Labor ausgewertet (es war mittlerweile tiefe Nacht), die diensthabende Ärztin befragte mich sehr ausführlich, gegen 4 Uhr wurde ich dann auf die Station verlegt.
Am nächsten Morgen wurde ich für eine Katheter-Untersuchung der Herzkranzgefäße am folgenden Tag vorbereitet, bei der nichts festgestellt wurde – also musste es eine andere Ursache für die Attacke geben. Bereits einen Tag später lag ich selbst auf diesem Tisch, den ich in der Zeitung gesehen hatte. Diese Katheter-Ablation dauerte circa vier Stunden, und ich konnte alles auf einem riesigen Monitor verfolgen. Die Ursache – eine schadhafte Stelle – wurde gefunden und mit Hitze verödet.
Eine tolle Teamarbeit: Alle Mitarbeitenden waren nett zu mir, auch auf der Station. Das hat mich mit Dankbarkeit erfüllt. Bei meiner Entlassung habe ich meinen Dank in einigen Zeilen zum Ausdruck gebracht.
Eigentlich wollte ich mich ja nur bei der 112 bedanken – und nun ist ein so umfangreicher Bericht daraus geworden. Ich habe mich informiert: Es gibt eine Großleitstelle, die Oldenburg und Umgebung sowie die Wesermarsch bedient. Wilhelmshaven und Friesland haben einen Zweckverband gegründet, um eine eigene Rettungsleitstelle zu betreiben. Diese hat ihren Standort bei der Feuerwehr in der Mozartstraße von Wilhelmshaven. Wenn wir also die 112 wählen, kommt unser Anruf dort an.
Wir sind in Wilhelmshaven und Friesland wirklich gut versorgt. Da gibt es das Klinikum, die Frieslandkliniken in Sanderbusch und Varel, das Krankenhaus Wittmund, auch die Kliniken in Oldenburg sind in manchen Bereichen für uns zuständig. Alle haben außer dem normalen Krankenhausbetrieb einen individuellen und speziellen Schwerpunkt: z. B. eine „Chest Pain Unit“ (Chest Pain = Brustschmerzen), eine „Stroke Unit“ (Stroke = Schlaganfall), besondere Kompetenz bei Knie- und Hüft-OPs oder eine Gerontologische Abteilung. Zu diesen Spezial-Einheiten gehören Ärzte- und Mitarbeiterteams, die etwas Besonderes aufgebaut haben, und es ist an uns, ihnen Vertrauen entgegen zu bringen. Das ist meist die beste Voraussetzung dafür, dass etwas gelingt.
Wieder daheim, fragte ich mich, was überhaupt während der letzten Tage mit mir passiert war. War ich in Lebensgefahr? Vorzeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist, hatte ich schon seit einiger Zeit. Da waren merkwürdige Schwindelanfälle mit unangenehmen Geräuschen im Kopf. Aber wenn das vorbei war, ging ich zur Tagesordnung über. Die Ärztin hat mich zum Neurologen geschickt. Er hat im Kopf keine Auffälligkeiten festgestellt. Da hätte doch auch was schief gehen können … Ich danke dir, lieber Gott … und natürlich auch deinem Bodenpersonal!


Weitere Informationen auch unter:
» www.hospiz-whv-fri.de
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