Zahnimplantat mit 92 Jahren?

(Den folgenden Text verfasste der Vorsitzende des Ambulanten Hospizdienstes Wilhelmshaven-Friesland, Dr. Klaus Raab.)

(04.06.2019) Seit geraumer Zeit kümmerte ich mich um die Bankgeschäfte meiner Mutter, das war nicht sehr anstrengend. Die Rente kam aufs Konto und ging per Dauerauftrag größtenteils weiter ans Pflegeheim.
Vom Rest kaufte sie Duschgel und Zahnpasta, was der Apotheker lieferte. Übrig blieb gewöhnlich nichts. Die Rechnungen überwies ich prompt.
Dann hatte sie noch ein bisschen Geld in einem alten Portemonnaie, was sie ihren „Sparstrumpf“ nannte. Das waren vom Mund abgesparte Kleinbeträge aus der Zeit vor ihrem Umzug ins Heim.
Eines Tages fand ich auf ihrem Nachttisch den Kostenvoranschlag ihres Zahnarztes in Höhe von mehr als tausend Euro. Ich setzte mich umgehend mit dem Zahnarzt in Verbindung, der mir erklärte, dass schon alles seine Richtigkeit habe.
Ich fragte meine Mutter vorsichtig, ob sie den angefordert hätte. „Ja“, sagte sie und zeigte ihr spitzbübisches Lächeln, das ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. „Du weißt ja, dass ich noch den Sparstrumpf habe! Und einen Termin habe ich auch schon.“
Dazu muss man wissen, dass Mutter stets größten Wert auf gepflegte Zähne gelegt hatte und immer predigte: „Wenn du einen Menschen beurteilen willst, schau dir seine Zähne an.“
Nun sollte es mit 92 Jahren noch ein Implantat sein. Eine Zahnlücke ging gar nicht und ein Gebiss zum Rausnehmen auch nicht. Gegen dieses Lächeln kam ich nicht an.
Also sammelte ich Kleingeld und kleine Scheine zum Füttern des Sparstrumpfes. Beim nächsten Heimbesuch veranstalteten wir einen Kassensturz. Es fehlten 20 Euro. Ob ich ihr den Rest leihen könne – aber nur leihen?
An jedem Rentenzahltag drückte sie mir 2 Euro in die Hand.
Sie hat die Schulden abbezahlt und ist mit 96 Jahren eingeschlafen – ohne Zahnlücke.

Der Ambulante Hospizdienst Wilhelmshaven-Friesland e. V.
Jeder Mensch möchte die letzte Zeit seines Lebens umsorgt und in vertrauter Umgebung verbringen. Doch für viele geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Oft leiden Sterbende unter Einsamkeit, Schmerzen und dem Verlust der eigenen Würde.
Ambulante Hospizarbeit bildet die Basis und den Schwerpunkt der Hospizbewegung. Durch individuelle Unterstützung versuchen – zum größten Teil ehrenamtliche – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – den Kranken das Sterben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen sowie ihre Angehörigen und Freunde zu entlasten. Sie begleiten sowohl den Kranken als auch die Angehörigen durch Gespräche, Besuche und andere vorher abgesprochene Hilfestellungen.
Darüber hinaus will die Hospizbewegung durch Öffentlichkeitsarbeit zu einer Entwicklung beitragen, deren Ziel es ist, einen ehrlicheren Umgang mit Sterben, Tod und Trauer zu ermöglichen.

Die ambulante Begleitung ...
... wird in häuslicher Umgebung, im Krankenhaus oder im Pflegeheim durchgeführt. Der Einsatz der ehrenamtlichen Begleiter findet auf Wunsch und nach individueller Absprache zu den unterschiedlichsten Zeiten statt. Oft entsteht ein enger, persönlicher Kontakt zu den Familien. Um auf diese höchst anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet zu sein, werden die ehrenamtlichen Begleiter intensiv geschult, vorbereitet und regelmäßig weitergebildet. Während ihrer begleitenden Tätigkeit werden unsere Ehrenamtlichen ihrerseits später von professionellen Supervisoren unterstützt und begleitet. Die Supervision hilft, wieder die nötige professionelle Distanz zurückzugewinnen. Sie schult die Wahrnehmung zwischenmenschlicher Beziehungen und Zusammenhänge. Darüber hinaus finden regelmäßig Gruppenabende statt, in denen sich die Mitglieder der Einsatzgruppe austauschen können und von den Erfahrungen anderer lernen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Büro des Ambulanten Hospizdienstes unter 04421/745258 (Mo/Mi/Fr: 9 bis 12 Uhr).
www.hospiz-whv-fri.de
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